Seit die Reißeckbahn, die von Kolbnitz zunächst als Standseilbahn zum Schoberboden und anschließend über eine Höhenbahn zum Seenplateau der beiden Mühldorfer Seen führte, im Jahr 2016 endgültig eingestellt wurde, sind die Mineralienfundgebiete der Reißeckgruppe nur noch im Rahmen längerer Bergtouren erreichbar.
Reißeckbahn
Die Reißeck-Standseilbahn führte von Kolbnitz (719 m ü. A.) zunächst auf den Schoberboden (2236 m ü. A.). Vom Schoberboden sind wie auch vom benachbarten Mühldorfer Graben gute Amethystfunde dokumentiert. Vom Schoberboden fuhr dann die Reißeck-Höhenbahn teilweise untertunnelt bis zum Berghotel Reißeck (2250 m ü. A.). Weiterführende nichtöffentliche Werksstrecken, die nur über Draisinen erreichbar sind (siehe Bild rechts) reichten auf etwa 2400 m ü. A. und eben auch genau bis zur Station “Hochalmsee”, also zur Oberen Mooshütte. Ein weiterer Strang dieser Draisinenbahn führte nördlich bis zum Radlsee, direkt neben dem 2.965 m. ü. A. hohen Reißeck.
Früher konnte man also mit der Bahn bis zu den hochalpinen Fundstellen fahren(!), aber diese Zeiten sind leider lange vorbei. Die gesamte Infrastruktur wurde laufend von der Verbund AG geändert und erreichte 2025 einen neuen Höhepunkt mit der Fertigstellung des Kavernenkraftwerks Reißeck II plus.
Weiterführende Informationen zur alten Reißeckbahn, inkl. vieler interessanter Links und Fotos gibt es beim deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag unter Reißeckbahn – Wikipedia.
Die Exkursion
Die Exkursion war ja schon seit dem Frühjahr auf der Website des Naturwissenschaftlichen Vereins online und natürlich binnen kürzester Zeit ausgebucht. Irgendwann im Juli habe ich den Exkursionsleiter, Prof. Franz Walter auf der Mineralienbörse in Radenthein getroffen und wir haben auch über die Mooshütte gesprochen. Da Plätze frei wurden, habe ich mich spontan angemeldet.
Ein Exkursionsbeginn um 06:00 Uhr zu Mariä Himmelfahrt benötigt natürlich eine sorgfältige Planung, vor allem wenn man ohne Auto aus Ostösterreich anreist. Ich entschied mich daher für eine Übernachtung beim Piet aus Holland im schönen Haus Kolbnitz und es war eine sehr gute Entscheidung, da man sich dort wie zuhause fühlt.
Zudem blieb noch genug Zeit für einen Spaziergang am Möllsteig nach Napplach und einen Besuch der Schottergrube dort.
Es waren dann am Feiertag morgens doch “nur” 5 Exkursionsteilnehmer und wir fuhren mit 2 Autos zur Zandlacher Hütte. Nach einem frischen Start ging es durch den Zandlacher Boden zügig zum “Klettersteig” am Geißrücken. Dieser ist aber mit Leitern, Tritten und Seilen hervorragend gesichert. So gegen 8 oder 9 Uhr erreichten wir die Untere Mooshütte. Nach einer kurzen Pause ging es zum Endspurt über eine recht steile Passage zur Oberen Mooshütte, die am mittleren Vormittag erreicht wurde.
Somit blieben einige Stunden zum Mineraliensammeln, welches sich vorwiegend am als “Zeolithfundstelle” bekannten Amphibolitrücken oberhalb der Schienentrasse abgespielt hat. Im dunklen Biotitreichen Bändergneis können durchaus noch nette Stufen gefunden werden. Wir haben recht große Titanit- (Sphen) kristalle gefunden (siehe Hauptbild des Beitrags). Die Stilbit xx stammen aus einem Altfund und wurden von mir über Geolitho erworben. Mit einiger Ausdauer können aber noch durchaus Funde erwartet werden.
Mit einem Kollegen ging ich dann noch die Schienen entlang bis zum versperrten Tunneleingang südöstlich. um nach einem Fe-reichen aplitischen Gestein Ausschau zu halten, in dem Aquamarine gefunden wurden. Die Zeit war aber leider schon zu knapp, deswegen kann ich nur mit einem Belegfoto von einem Aquamarin dienen, der aber weiter östlich bei der Roßalm gefunden wurde.
Um 15 Uhr machten wir uns an den Abstieg, da wir ja bis 18 Uhr wieder bei der Zandlacher Hütte sein wollten. Nach der unteren Mooshütte (ca. 2000 m) erfolgte der Abstieg über den sog. “Viehsteig” entlang einer Höhenlinie in einem stetigen Auf und Ab durch verschiedenstes Terrain, aber mehr auf als ab. Lange Zeit befindet man sich noch immer auf 2000 m. Dann geht es steil durch den Wald hinunter und man erreicht nach der Brücke bald die Zandlacher Hütte.
Dort endete bei einigen Hausbieren eine wunderbare und lehrreiche, aber auch sehr anstrengende Alpin-Exkursion mit einer tollen Gruppe. Vielen Dank auch noch an die Wirtsleute für das kurze Telefonat mit dem Satellitentelefon, dass ich gut wieder angekommen bin. Oben gibt es keinen Handyempfang und Akku war vollkommen leer.
Euer Peter
Alpinexkursion auf die Obere Mooshütte im Mölltal in Kärnten













