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Alpinexkursion auf die Obere Mooshütte im Mölltal in Kärnten

Mitte August 2026 nahm ich bei traumhaftem Bergwetter an einer Exkursion des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten in die faszinierende Bergwelt der Reißeckgruppe teil.

Funde von der Zeolithfundstelle auf der Oberen Mooshütte: Sphen x mit Endflächen, Bildbreite: 1 cm, Stilbit xx, Bildbreite: 2 cm
Start war um 06:30 auf 1527 Höhenmeter beim Zandlacher Almdorf
die markante Grübelwand die man vom Klettersteig Geißrücken rechts sieht beim Sonnenaufgang. Der Alternativweg, der sog. "Viehtrieb", den wir als Abstieg benutzten, verläuft entlang des oberen Waldrands unter der Grübelwand vorbei.
die letzten 300 Höhenmeter zur Oberen Mooshütte, die über einen recht steilen Pfad zwischen den Felsen erreichbar ist, sieht man hier vom unteren Moosboden sehr gut.
am frühen Vormittag endlich auf der oberen Mooshütte angekommen. Von da unten, vom Zandlacher Boden, sind wir raufgekommen.
Von der Hütte weg in Richtung ehemaliger Bergstation der Reißeckbahn sind noch die Bahngleise der ehemaligen Werksbahn vorhanden. Die dazugehörigen zwei Werksgebäude des Verbundes sind noch in einwandfreiem Zustand.
Da es mich interessierte, habe ich ein Archivfoto von einer Draisine in der Station "Hochalmsee" gefunden, die hier oben als Materialbahn und im Werksverkehr fuhren. Diese für eine 5-köpfige Besetzung ausgelegten Vehikel fuhren mit einer Geschwindigkeit mit 7 km/h konnten aber bis 20 km/h erreichen.
die Zeolith-Fundstelle beim langgezogenen Amphibolit-Stock oberhalb der Mooshütte.
mit einem Kollegen auch den verschlossenen Tunnel südöstlich besucht. In den Felsen oberhalb kann man in einem Fe-reichen aplitischen Gestein kleine Aquamarine finden. Ist sich aber zeitlich nicht ausgegangen.
3 mm Aquamarin mit der Matrix wie im Text beschrieben von der benachbarten Rossalm / Reißeckgruppe - Ex Sammlung F. Schreiber
Die Tourdaten. Das mit der Zeit stimmt nicht so ganz. Wir brauchten mit Sammeln und dem längeren Abstieg übern Viehtrieb 12 h ;-)

Seit die Reißeckbahn, die von Kolbnitz zunächst als Standseilbahn zum Schoberboden und anschließend über eine Höhenbahn zum Seenplateau der beiden Mühldorfer Seen führte, im Jahr 2016 endgültig eingestellt wurde, sind die Mineralienfundgebiete der Reißeckgruppe nur noch im Rahmen längerer Bergtouren erreichbar.

Reißeckbahn

Die Reißeck-Standseilbahn führte von Kolbnitz (719 m ü. A.) zunächst auf den Schoberboden (2236 m ü. A.). Vom Schoberboden sind wie auch vom benachbarten Mühldorfer Graben gute Amethystfunde dokumentiert. Vom Schoberboden fuhr dann die Reißeck-Höhenbahn teilweise untertunnelt bis zum Berghotel Reißeck (2250 m ü. A.). Weiterführende nichtöffentliche Werksstrecken, die nur über Draisinen erreichbar sind (siehe Bild rechts) reichten auf etwa 2400 m ü. A. und eben auch genau bis zur Station “Hochalmsee”, also zur Oberen Mooshütte. Ein weiterer Strang dieser Draisinenbahn führte nördlich bis zum Radlsee, direkt neben dem 2.965 m. ü. A. hohen Reißeck.
Früher konnte man also mit der Bahn bis zu den hochalpinen Fundstellen fahren(!), aber diese Zeiten sind leider lange vorbei. Die gesamte Infrastruktur wurde laufend von der Verbund AG geändert und erreichte 2025 einen neuen Höhepunkt mit der Fertigstellung des Kavernenkraftwerks Reißeck II plus. 
Weiterführende Informationen zur alten Reißeckbahn, inkl. vieler interessanter Links und Fotos gibt es beim deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag unter Reißeckbahn – Wikipedia.

Die Exkursion

Die Exkursion war ja schon seit dem Frühjahr auf der Website des Naturwissenschaftlichen Vereins online und natürlich binnen kürzester Zeit ausgebucht. Irgendwann im Juli habe ich den Exkursionsleiter, Prof. Franz Walter auf der Mineralienbörse in Radenthein getroffen und wir haben auch über die Mooshütte gesprochen. Da Plätze frei wurden, habe ich mich spontan angemeldet.

Ein Exkursionsbeginn um 06:00 Uhr zu Mariä Himmelfahrt benötigt natürlich eine sorgfältige Planung, vor allem wenn man ohne Auto aus Ostösterreich anreist. Ich entschied mich daher für eine Übernachtung beim Piet aus Holland im schönen Haus Kolbnitz und es war eine sehr gute Entscheidung, da man sich dort wie zuhause fühlt.
Zudem blieb noch genug Zeit für einen Spaziergang am Möllsteig nach Napplach und einen Besuch der Schottergrube dort.

Es waren dann am Feiertag morgens doch “nur” 5 Exkursionsteilnehmer und wir fuhren mit 2 Autos zur Zandlacher Hütte. Nach einem frischen Start ging es durch den Zandlacher Boden zügig zum “Klettersteig” am Geißrücken. Dieser ist aber mit Leitern, Tritten und Seilen hervorragend gesichert. So gegen 8 oder 9 Uhr erreichten wir die Untere Mooshütte. Nach einer kurzen Pause ging es zum Endspurt über eine recht steile Passage zur Oberen Mooshütte, die am mittleren Vormittag erreicht wurde.
Somit blieben einige Stunden zum Mineraliensammeln, welches sich vorwiegend am als “Zeolithfundstelle” bekannten Amphibolitrücken oberhalb der Schienentrasse abgespielt hat. Im dunklen Biotitreichen Bändergneis können durchaus noch nette Stufen gefunden werden. Wir haben recht große Titanit- (Sphen) kristalle gefunden (siehe Hauptbild des Beitrags). Die Stilbit xx stammen aus einem Altfund und wurden von mir über Geolitho erworben. Mit einiger Ausdauer können aber noch durchaus Funde erwartet werden.
Mit einem Kollegen ging ich dann noch die Schienen entlang bis zum versperrten Tunneleingang südöstlich. um nach einem Fe-reichen aplitischen Gestein Ausschau zu halten, in dem Aquamarine gefunden wurden. Die Zeit war aber leider schon zu knapp, deswegen kann ich nur mit einem Belegfoto von einem Aquamarin dienen, der aber weiter östlich bei der Roßalm gefunden wurde.

Um 15 Uhr machten wir uns an den Abstieg, da wir ja bis 18 Uhr wieder bei der Zandlacher Hütte sein wollten. Nach der unteren Mooshütte (ca. 2000 m) erfolgte der Abstieg über den sog. “Viehsteig” entlang einer Höhenlinie in einem stetigen Auf und Ab durch verschiedenstes Terrain, aber mehr auf als ab. Lange Zeit befindet man sich noch immer auf 2000 m. Dann geht es steil durch den Wald hinunter und man erreicht nach der Brücke bald die Zandlacher Hütte.

Dort endete bei einigen Hausbieren eine wunderbare und lehrreiche, aber auch sehr anstrengende Alpin-Exkursion mit einer tollen Gruppe. Vielen Dank auch noch an die Wirtsleute für das kurze Telefonat mit dem Satellitentelefon, dass ich gut wieder angekommen bin. Oben gibt es keinen Handyempfang und Akku war vollkommen leer.

Euer Peter