Das Almdorf Feistritzer Alm (1722 m SH) liegt WSW der Ortschaft Feistritz im Gailtal und ist mit dem PKW erreichbar. Angereist wurde am Vortag wieder problemlos mit der Bahn bis Nötsch im Gailtail. Da unser Treffen mit der Exkursionsgruppe schon in der Früh um halb 9 war, übernachtete ich im sehr schönen Gasthof Gostilna Trattoria “Alte Post”. Am nächsten Morgen ging es als Mitfahrer vom damaligen Exkursionsleiter Dr. Josef “Sepp” Mörtl , der 2018 seinen 80. Geburtstag feierte, hinauf in das Almdorf. Ich hatte die große Freude, Sepp zwei Jahre später bei der Exkursion ins kleine Fleisstal, wieder zu treffen. Mittlerweile leitet Sepp altersbedingt keine Exkursionen mehr, deswegen habe ich mich damals sehr gefreut, bei den letzten mit ihm noch dabei gewesen zu sein.
Bei der Auffahrt machten wir unter anderem einen Halt bei einem 15 Tonnen schweren Quarzkonglomeratbrocken (siehe Bid rechts), der während der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren durch einen Gletscher vom viel weiter westlich gelegenen Plöckenpass bzw. Nassfeld hierher in den Feistritzgraben bei der Kirche transportiert wurde. Quarzkonglomerate dieser Größe kommen in diesem Bereich nämlich nicht vor.
Trotz GPS-Daten konnten wir die Fundstelle im Hochwald des Nordgehänges vom 1795 m hohen Gozman nur schwer finden, was angesichts der Historie des Schurfbaues nicht verwunderlich ist.
Zur Geschichte der Mineralfundstelle Feistritzer Alm
Die Mineralisation der Feistritzer Alm ist bereits seit vielen Jahrzehnten bekannt. Bereits auf seiner Karte „Metallzonen im Drautal“ vermerkte Holler (1936) das Vorkommen unter der Bezeichnung „Feistritzer Alm Cu“ und wies damit auf die Kupferführung dieses Gebietes hin.
Eine nähere Beschreibung erfolgte durch Meixner (1949a), der von dieser Fundstelle die Mineralien Fahlerz, Azurit, Tirolit und Cölestin anführte. Noch im selben Jahr korrigierte er jedoch seine ursprüngliche Bestimmung des Cölestins und identifizierte das betreffende Mineral als Hemimorphit (Meixner, 1949b). Seine Untersuchungen stützten sich auf Fundstücke der Villacher Mineraliensammler Herrmann und Niederbacher. Einige dieser historischen Belegstücke werden bis heute im Landesmuseum Kärnten in Klagenfurt aufbewahrt.
In den folgenden Jahrzehnten geriet die Fundstelle weitgehend in Vergessenheit und fand in der mineralogischen Fachliteratur keine weitere Erwähnung. Dies weckte das Interesse von Günther Walter (G.W.), der sich auf die Suche nach dem alten Schurfbau machte. Erst nach zwei erfolglosen Anläufen gelang ihm im Jahr 2006 die Wiederentdeckung des Fundortes. Ein italienischer Bauer, der auf der Alm sein Vieh weidete, konnte dabei erste wertvolle Hinweise geben. Über die Vermittlung von Günther Indra erhielt Walter schließlich entscheidende Informationen von Alfred Pichler aus Viktring bei Klagenfurt, die zur erfolgreichen Lokalisierung beitrugen.
Nach mündlichen Überlieferungen hatte bereits etwa drei Jahre zuvor der ganz oben erwähnte Dr. Josef Mörtl die Fundstelle aufgesucht und die bereits von Meixner beschriebenen Mineralvorkommen bestätigen können.
Die Feistritzer Alm stellt damit nicht nur eine interessante mineralogische Lokalität dar, sondern blickt auch auf eine bewegte Forschungsgeschichte zurück – von den ersten Erwähnungen in den 1930er-Jahren über historische Sammlungsstücke bis hin zur Wiederentdeckung des alten Schurfes zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Gerade diese Mischung aus historischer Überlieferung, detektivischer Spurensuche und den bemerkenswerten Mineralfunden macht die Feistritzer Alm bis heute zu einer der interessantesten klassischen Mineralfundstellen Kärntens.
Gefundene Mineralien
An Mineralien konnten von mir an diesem Tag gefunden werden:
Theisit, kommt öfters in verschiedenen Variationen vor (siehe Bild rechts)
Tyrolit, größere Aggregate, andere Farbe, meist ins dunkelgrüne, blaugrüne gehend
Azurit, stellt dort das häufigste Sekundärmineral dar
Hemimorphit, welcher 1949 fälschlicherweise als Coelestin bestimmt wurde
Malachit, kommt dort sogar in Lockenform oder als Geoden-Einsprengling vor
Clarait, als blaue Beläge
Baryt
Cuproméit, Partzit als Umwandlungsprodukt von Fahlerz
Zinkolivenit
Brochantit
Smithsonit
Zinnober
Abschließend kehrte die gesamte Gruppe nach einem kurzen Abstecher zur feierlichen Almkapelle Maria Schnee noch in die Almwirtschaft Feistritzer Alm ein, welche kulinarisch einen typisch italienischen Abschluss dieser sehr schönen Exkursion darstellte.
Weiterführende Links
Feistritzer Alm auf Mindat.org:
Feistritz Alp, Feistritz an der Gail, Villach-Land District, Carinthia, Austria
Carinthia II 2019 - Aus dem Vereinsgeschehen, S. 379:
CAR_209_129_0365-0420.pdf
Die Mineralien von der Kupfer-Lagerstätte Feistritzer Alm, Karnische Alpen, Italien / Der Steirische Mineralog 25/2011:
Der-steirische-Mineralog_25_2011_0034-0038.pdf












