Die seit 1891 bestehende „Carinthia II“ ist eine renommierte, österreichische naturwissenschaftliche Fachzeitschrift. Sie wird vom Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten herausgegeben und widmet sich der Erforschung von Flora, Fauna, Geologie und Ökologie in Kärnten sowie den angrenzenden Regionen. Als mittlerweile langjähriges Vereinsmitglied und Abonnent ist dieses “Jahrbuch” für mich immer eine willkommene Sommerliteratur.
„Neue Mineralfunde aus Österreich“ ist eine traditionsreiche, fortlaufende Artikelserie in der Carinthia II, die als das zentrale Dokumentationsorgan für die Mineralogie Österreichs gilt und die jährlich im Rahmen der Carinthia II erscheint. Sie dient der systematischen Erfassung, wissenschaftlichen Erstbeschreibung und Veröffentlichung neu entdeckter Mineralvorkommen, Minerale und seltener Paragenesen im gesamten österreichischen Bundesgebiet.
Die Kernmerkmale von der Artikelserie “Neue Mineralfunde aus Österreich”
- Citizen Science in Reinform: Die Serie lebt von einer intensiven, jahrzehntelangen Kooperation zwischen Fachwissenschaftlern und Amateursammlern. Hobbysammler steuern außergewöhnliche Funde oder präzise Ortsbeschreibungen bei, während Institute die exakte chemische und kristallografische Laboranalytik übernehmen.
- Umfangreiches Autorennetzwerk: Geprägt wurde die Serie über viele Jahre von Koryphäen wie Gerhard Niedermayr (langjähriger Leiter der Mineralogisch-Petrographischen Abteilung am Naturhistorischen Museum Wien), Franz Brandstätter, Walter Postl und Heinz Meixner. Heute wird die Koordination und wissenschaftliche Aufarbeitung maßgeblich über Experten wie Univ.-Prof. i. R. Dr. Franz Walter vom Universalmuseum Joanneum sowie Uwe Kolitsch vom NHM Wien fortgeführt.
- Wissenschaftliche Bedeutung: Viele der in der Carinthia II publizierten Erstnachweise fließen direkt in internationale Fachdatenbanken (wie Mindat oder den Mineralienatlas) ein. Damit ist die Serie eine unverzichtbare Zitierquelle für Geowissenschaftler, die über die Ostalpen forschen.
Umso mehr freue ich mich sehr über meinen ersten Beitrag. Ihr könnt ihn untenstehend im verlinkten PDF nachlesen.
Außerdem möchte ich an dieser Stelle nochmals meinen lieben Kollegen Gerhard und Christian danken. Ohne euch hätte ich die Stelle niemals gefunden und auch nicht die weiterführenden Analysen tätigen können, bei denen weitere Mineralien, wie der recht seltene Nesquehonit, nachgewiesen wurden.
GlückAuf
Peter
Literatur und Quellenangaben:
Bendel/Aschacher/Auer (2026): 2397) Aragonit, Azurit, Dolomit, Hydrozinkit, Malachit, Nesquehonit, Pyrit und Zinkolivenit von einem Erzausbiss im Kaswassergraben, Großreifling, Steiermark. Pp. 479-481 in Walter, F. et al. (2026): Neue Mineralfunde aus Österreich LXXV. Carinthia II, 216./136., 397-506.
Die Fundstelle Kaswassergraben im Mineralienatlas:
https://www.mineralienatlas.de/?l=1021
Bei Mindat gibt es sogar eine eigene Sublocation:
Copper ore outcrop, Kaswassergraben, Großreifling, Landl, Liezen District, Styria, Austria



